Matthias Kneip

 

Matthias Kneip, 1969 in Regensburg geboren, studierte Germanistik, Ostslawistik und Politologie an der Universität Regensburg. 1995/96 arbeitete er als Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Oppeln/Polen, 1999 promovierte er an der Universität Regensburg. Seit März 2000 ist Kneip als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt tätig, außerdem arbeitet er als Schriftsteller, Publizist und Polenreferent für deutsche Unternehmen.

Seine Gedichte, die sich durch einen spielerischen Umgang mit Sprache sowie hintergründigen Humor auszeichnen, wurden u. a. ins Polnische, Russische und Japanische übersetzt.

Kneip ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und im Verband deutscher Schriftsteller. Für sein literarisches und publizistisches Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg 2001, den Uslarer Literaturpreis 2002 sowie den „Kulturpreis Schlesien“ des Landes Niedersachsen 2011.

Für seine Bücher über Polen sowie sein Engagement für die deutsch-polnischen Kulturbeziehungen wurde er 2012 vom polnischen Präsidenten mit dem Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen ausgezeichnet. Matthias Kneip lebt in Regensburg und Darmstadt.

Matthias Kneip ist ein Pendler zwischen den Kulturen, ein „Grenzfall zwischen Deutschland und Polen“. Durch die Herkunft seiner Familie aus dem deutsch-polnischen Grenzland wuchs er schon als Kind mit deutschen und polnischen Traditionen zu Hause auf, ohne aber die Geschichte seiner Eltern zunächst weiter zu hinterfragen. Erst spät begibt er sich auf die Suche nach den Ursachen für seinen „Grenzfall“, reist mit Eltern und Großeltern in die ehemals deutschen Gebiete Oberschlesiens, um schließlich dortzubleiben, weil dieses für ihn fremde und doch nicht fremde Land seine Neugier geweckt hat.

Seine Erfahrungen und Eindrücke auf zahlreichen Reisen durch die Länder Ostmitteleuropas, insbesondere durch Polen, aber auch seine kritisch-distanzierte Sicht auf die Verhältnisse in Deutschland spiegeln sich sowohl in seiner Lyrik als auch in seinen publizistischen Veröffentlichungen wider. Die vermittelnde Tätigkeit zwischen den Kulturen Deutschlands und den Ländern Ostmitteleuropas, insbesondere Polens, ist für ihn nicht nur ein wichtiges literarisches, sondern auch persönliches Anliegen.