Sulaiman Masomi

Sulaiman Masomi wurde 1979 in Kabul (Afghanistan) geboren und wuchs in Krefeld auf. Er hat sein Studium in Allgemeiner Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft und Kulturwissenschaftlicher Anthropologie an der Universität Paderborn abgeschlossen.

Wenn man selbst der vergesslichste Typ ist, an den man sich erinnern kann, und sich ständig vor Fremden wiederfindet, die mit Tränen in den Augen bitten, man solle sie Papa oder Mama nennen, kann das Leben schon verwirrend genug sein. Sulaiman Masomi nutzt diesen Zustand jedoch, um auf die Bühne zu gehen und den Menschen von den Strapazen seines Lebens zu berichten. Seine Vortragsweise ist mehr als authentisch, in seinen Texten erklärt er, was passiert, wenn ein Kanake rot sieht, und in welchem Zusammenhang ein alter deutscher Schäferhund und eine Sucuk-Knoblauch-Wurst zueinander stehen.

Als Schriftsteller, Poet, Rapper und Poetry Slammer wird Sulaiman Masomi vom Goethe-Institut regelmäßig als Botschafter der deutschen Sprache um die Welt geschickt. Seine wissenschaftliche Abschlussarbeit ist unter dem Titel „Poetry Slam – Eine orale Kultur zwischen Tradition und Moderne“ bei Lektora erschienen. Im Frühjahr 2014 veröffentlichte Sulaiman Masomi seine gesamten Kurzgeschichten-Klassiker wie zum Beispiel „Ein Kanake sieht rot“ und „Ich weiß ES“ in einem „Best of Sulaiman Masomi“ bei Lektora. Darüber hinaus finden sich im Buch „Ein Kanake sieht rot“ natürlich auch neue Werke des wort- und nasengewaltigen Deutschafghanen.

Biografischer Auszug aus dem Buch „Ein Kanake sieht rot“:

Ich weiß, an dieser Stelle erwartet man jetzt eine seriöse Vorstellung der Person Sulaiman Masomi. So etwas wie eine Biographie. Dies ist normalerweise die Stelle, an der erläutert wird, dass Sulaiman in Kabul, Afghanistan geboren wurde, er schon seit 10 Jahren slammt, vom Goethe Institut nach Kairo, Mexiko City, San Francisco, Riga und Jerusalem eingeladen wurde, er Allgemeine Literaturwissenschaften, Medienwissenschaften und Kulturwissenschaftliche Anthropologie studiert und mit einem exzellenten Magister abgeschlossen hat, seine Magisterarbeit über Poetry Slam auch als Buch erschienen ist, er 2013 NRW-Meister im Poetry Slam und Finalist der deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften wurde, er die deutsche Sprache unter mühevollen Anstrengungen autodidaktisch in der Gosse lernte, er das Synchronsprechen erfunden hat, er der Begründer der Paderborner Lesebühne „Lyriker Lounge“ ist und nebenbei in der Rap-Combo „Letzte Reihe“ rappt. Das alles nur, damit dadurch suggeriert wird, dass er generell eine ziemlich angesagte, belesene, krasse, sprich: eine wundervoll schillernde Persönlichkeit ist.

Sulaiman möchte aber an dieser Stelle auf diese peinliche Lobhudelei verzichten und damit zum Ausdruck bringen, dass er auch nur ein ganz normaler Mensch ist. So wie du. Euch unterscheidet eigentlich nichts voneinander. Außer, dass er krass viel vorzuweisen hat. Und voll schlau ist. Und ein wenig hübsch. Zumindest im Dunkeln. Na ja, egal. Was er damit sagen will, ist: Alles, was du über ihn wissen willst, erfährst du durch die Texte. Und was du wissen sollst, auch. Viel Spaß.

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