Andreas Weber

Rotes Sofa

„Annegret, oh, Annegret, denken wir, sitzen auf unserem roten WG-Sofa, schauen Kung-Fu-Filme und rauchen uns die Hütte zu. Wir machen uns wirklich Sorgen. Annegret ist unsere Mitbewohnerin und in einer Werbepause bemerken wir erstaunt, dass sie nicht da ist, wo sie eigentlich hingehört – auf unser rotes Sofa –, und mit uns Kung-Fu-Filme schaut. Nein, Annegret ist verschwunden und sie ist nicht nur einfach nicht da, sie wurde auch seit längerem nicht mehr gesehen. Und klar, da fragen wir uns schon – als gute Mitbewohner macht man so was –, wo die Alte denn stecken könnte.“

Bezeichnend für Andreas Weber ist die Leichtigkeit, die er jedem Einzelnen seiner Texte einverleibt. In„Rotes Sofa“ erzählt er von der Koexistenz des Gewöhnlichen mit dem Wunderbaren. Die Ausgangslagen sind stets Alltagssituationen, die Weber mit ungeschönter Wahrheit dekoriert, was diese zu humorvollen, anekdotischen Episoden stilisiert. Dabei ist es unerheblich, ob er vom plötzlichen Verschwinden seiner Mitbewohnerin Annegret berichtet oder Taxigeschichten erzählt.

Andreas Webers Buchdebüt – jetzt in der überarbeiteten Neuauflage mit dem Slam-Klassiker „Dreißig Schritte“!